Muskelfasern – Die Auswahl mit dem Ergebnis verwechselt: Teil II

In meinem letzten Artikel: „Die Auswahl mit dem Ergebnis verwechselt“ habe ich dazu geraten, die Sportart zu wählen, die am Besten zu einem passt. Natürlich soll der Spaß an oberster Stelle stehen, aber dennoch riet ich dazu, auf sein Innerstes zu hören. Noch immer wählen viele Menschen den Sport danach aus, welches Ergebnis sie damit bezwecken wollen. Wie viele Menschen träumen von einem Körper wie Schwarzenegger, bringen aber in keiner Weise die Veranlagung dafür mit? Sie quälen sich über alle Gebühr und mit dem ausbleibenden Erfolg sinkt auch die Laune. Warum also nicht lieber gleich eine Beschäftigung suchen, die einem Spaß macht UND dem Körper liegt? Fit werden kann man auf tausendfache Weise. Im Folgenden möchte ich aber mit einer Abhandlung über die verschiedenen Muskelfasern im Körper verrdeutlichen, woran es liegt und was diese „Veranlagung“ denn eigentlich ist.

Welche Art von Muskeln gibt es im menschlichen Körper?

Die glatten Muskeln sind die unserer Eingeweide, z. B. dem Darm. Diese Muskeln können wir nicht bewusst steuern, aber sie arbeiten trotzdem den ganzen Tag. Das Herz besteht aus quergestreiften Muskeln. Dieser Muskeln krampft selbst bei Magnesiummangel nicht. Die Skelettmuskulatur ist ebenfalls quergestreift, aber diese steuern wir bewusst. Wir können sie an- und entspannen.

Was ist eine Muskelfaser?

Der Muskel ist mit einer Sehne am Knochen befestigt. Der Muskelstrang besteht aus mehreren Faszie. Eine Faszie besteht aus mehreren Muskelfasern.

Welche Muskelfasern gibt es?

Es gibt drei Arten von Muskelfasern. Die einzelnen Typen unterscheiden sich in der Farbe, der Anzahl der Mitochondrien, der Geschwindigkeit mit welcher der Muskel sich kontrahiert und das Volumen der Muskelfaser. Die Mitochondrie ist ein kleines Kraftwerk. Sie wandelt Zucker und Fett in die Energie um, die die Muskeln für ihre Arbeit brauchen.

Es gibt die Muskelfasern der Typen 1, 2a und 2b. Der Muskelfasertyp 1 ist rot und ermüdet sehr langsam. Er hat sehr viele Mitochondrien und bewegt sich eher langsam. Die Typ-1-Muskelfaser ist dünn und hat wenig Kraft. Diese Art ist geeignet für Ausdauersport über 30 Minuten, wie Langstreckenlauf oder Radfahren. Er heißt auch slow twitch.

Der Typ 2a ist ein Mittelding. Er ist auch rot und ermüdet langsam. Er hat viele Mitochodrien und bewegt sich relativ schnell. Die Typ-2-Muskelfaser ist dicker und hat mittelmäßig viel Kraft. Die Art ist geeignet für Belastungen von bis zu 30 Minuten, wie Mittelstreckenlauf oder Klettern.

Der Typ 2b ist weiß und ermüdet schnell. Er hat nur wenige Mitochondrien und bewegt sie sehr schnell. Die Muskelfaser nach Typ 2b ist dick und hat sehr viel Kraft. Diese Art ist geeignet für kurzfristige Belastung von ungefähr einer Minute, wie Gewichtheben. Die Muskelfasern des Typs 2 nennt man auch fast twitch.

Welche Muskelfasern hat man?

Jeder Muskel im menschlichen Körper beinhaltet alle drei Muskelfasertypen. Wie viele Muskelfasern von welchem Typ ein Mensch hat, ist allerdings unterschiedlich. In der Regel versucht der Körper seine Belastungen erst mit Typ 1 Muskeln zu bewältigen. Reicht das nicht, werden nach und nach erst Typ 2a Muskelfasern und dann Typ 2b Muskelfasern hinzu geschaltet.

Jeder Mensch hat von Geburt an eine bestimmte Anzahl der verschiedenen Muskelfasertypen. Bisher gibt es keine Beweise dafür, dass man die Muskelfasertypen ändern kann. So wird bei der Geburt festgelegt, ob man eher ein Sprinter oder ein Langstreckenläufer ist.

Wie trainiert man Muskeln?

Wenn man seine Muskeln trainiert, werden sie nicht mehr sondern leistungsfähiger. Je nach Art des Trainings werden die entsprechenden Muskelfasertypen gestärkt. Es ist wichtig die Muskeln gleichmäßig zu trainieren. Trainiert man z. B. nur die Bauchmuskeln und nicht auch die Rückenmuskeln, so kann es zu Fehlhaltungen oder Schmerzen kommen.

So kann man zwar als Sprinter nicht zum Langstreckenläufer werden, aber man kann ein guter oder noch besserer Sprinter werden.

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Christian Habeck

Veröffentlicht von Christian Habeck

Sportnarr, Kraftsportbegeistert, Paleo-Anhänger, Risikomanager, Extremwertsucher, Instagramer