Was ist Fitness ?

Fitness - Sportbenzin

In meinem letzten Artikel :„Intervall Krafttraining oder Cardio Einheiten im Kraftsport?“ habe ich versucht deutlich zu machen, dass man Fitness nicht allein durch Cardio oder Ausdauersport erreichen kann. Im Sport ist es ohnehin wie in nahezu allen Bereichen des täglichen Lebens, dass eine zu einseitige Ausrichtung nicht gut ist. So wie einseitige Ernährung schadet, einseitige Beanspruchung von Körper und Geist auf Dauer ermüdet, so ist auch von abwechselungslosem Traing abzuraten. Zu Beginn der Artikelreihe: „Training mit dem eigenen Körpergewicht“ habe ich in Aussicht gestellt, ein ganzheitliches Training zu präsentieren, welches nicht nur Muskeln aufbaut, sondern auch fit macht und für Kondition sorgt. Der letzte Beitrag sorgte leider bei einigen Lesern für Mißverständnisse, da er den Eindruck erweckte, dass ich von Cardio beziehungsweise Ausdauerlauf nichts halten würde oder diese Art von Training sogar schlecht sei. Dieses konnte ich glücklicherweise richtigstellen und möchte nur noch zwei Dinge abschließend dazu schreiben, weil es geradezu die perfekte Überleitung zum heutigen Thema darstellt: Cardio ist nicht schlecht ! Nur eben auf Grund des Anpassungsbestrebens unseres Körpers kontraproduktiv, wenn Sie Muskeln aufbauen wollen. Ein weiterer Punkt den ich noch einmal verdeutlichen möchte ist, dass es nicht notwendig ist, Cardio zu absolvieren, wenn Sie Kondition aufbauen wollen. Das von mir bevorzugte Intervall Krafttraining ist dafür genauso geeignet, wie Ausdauertraining. Abschließend stellte ich die provokante Frage, ob der Unterschied zwischen Ausdauersportlern und Intervall-Kraftsportlern eventuell im Grad der Fitness zu suchen sei. Deshalb möchte ich mich heute mit der Frage beschäftigen, was Fitness eigentlich ist.

Richtig fit – regelmäßig, richtig, mit Maß und Spaß

Auf die Frage, wie man Fit wird, antwortet der Deutsche Olympische Sportbund mit folgendem Satz: Zitat:“Richtig fit hält man sich oder wird man, indem man
regelmäßig, richtig, mit Maß und mit Spaß Sport treibt.“ An diesem kurzen aber prägnanten Satz kann man einige wichtige Dinge ableiten, die auf nahezu jede Sportart anzuwenden ist: Regelmäßig, um Bewegungsabläufe zu optimieren und so beispielsweise das Verletzungsrisiko zu minimieren. Richtig, um ebenfalls Verletzungen zu vermeiden und nur richtig ausgeführte Sportarten machen ALLEN BETEILIGTEN Spass. Mit Maß, weil ein Übertraining kontraproduktiv ist und man zudem schnell das Interesse verlieren könnte. Und last but not least der meiner Meinung nach wichtigste Punkt: Mit Spass ! Nur wenn man Spass an der Sache hat, geht man auch hochmotiviert an die Sache / die Aufgabe heran. OK, soweit so gut. Das war das Grundsätzliche, die Theorie. Aber wie sieht das Ganze nun in der Praxis aus ?

Fitness ist ein Zustand

Wenn man weiter auf den Seiten des DOSB nach dem Begriff der Fitness sucht, so wird man irgendwo folgende Worte lesen: „Fitness beschreibt einen Zustand, der die körperliche Leistungsfähigkeit bzw. die Entwicklung der konditionellen und koordinativen Fähigkeiten umfasst.“ Daraus lässt sich folgerichtig ableiten, dass Fitness und Ausdauer nicht das Selbe sind, da zur Fitness unter Anderem noch die koordinativen Fähigkeiten zählen. Deshalb habe ich mir angewöhnt, die 4 vom DOSB benutzten Begriffe für Fitness, nämlich Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Koordination um drei weitere Umschreibungen zu erweitern beziehungsweise weiter zu unterteilen.

8 Zeichen von Fitness

Beim Deutschen Militär gibt es den sogenannten Basis Fitness Test, um die Fitness der Soldaten zu bestimmen. Und die Begründung liefert dieser Test gleich mit: Jede dieser Übung stellt eine Krisen- bzw. Gefahrensituation aus der Praxis dar, aus der sich jeder Soldat retten können muss. In diesem Test werden Muskelkraft, Leistung, muskuläre Ausdauer, Herz-/Kreislauf-Ausdauer, Schnelligkeit, Koordination, Balance und Beweglichkeit überprüft. Diese 8 Eigenschaften sollen bei Gefahr das Überleben sichern. Denn überleben wird nicht der, der die dicksten Muskeln hat oder die weiteste Strecke laufen kann, sondern derjenige, der am fitesten und am vielseitigsten ist.

Wie werde ich fit ?

Nachdem ich nun die theoretischen Grundlagen erläutert habe, was man eigentlich unter Fitness versteht und wie man fit wird und bleibt, wird es langsam Zeit zur Tat zu schreiten. Es ist mir jedoch wichtig, dass Sie verstehen, warum Sie gewisse Übungen meines Trainings absolvieren sollen und nicht einfach irgendeinen Trainingsplan nachäffen. Denn, und hier schließt sich der Kreis, nur wenn Sie den Sinn hinter der Übungen verstehen, werden Sie mit Maß und Spaß, regelmäßig das Programm richtig absolvieren. Wenn Sie im Laufe der Zeit die 8 oben beschriebenen Fähigkeiten mehr und mehr trainieren, werden Sie einen gewissen Grad erreichen. Sie werden vielseitig belastbarer sein, ausdauernder und über eine bessere Koordination verfügen. Das ist ihr persönlicher Fitnessgrad.

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Bildquellenangabe: daniel stricker  / pixelio.de

Christian Habeck

Veröffentlicht von Christian Habeck

Sportnarr, Kraftsportbegeistert, Paleo-Anhänger, Risikomanager, Extremwertsucher, Instagramer