Süßstoff – echte Zuckeralternative oder Dickmacher?

Windbeutel mit Kaffee

Der wohl meist umstrittenste Lebensmittelzusatzstoff in der Ernährungsgeschichte

Voll gezuckert – der pure, unverfälschte Geschmack oder ‚light’ beziehungsweise neuerdings ‚zero’ – beim Einsatz von Süßstoff scheiden sich die Geister. Sogar diejenigen der Ernährungsfachkräfte. Egal ob Ernährungswissenschaftler, -mediziner, -berater, selbsternannte Ernährungs-Gurus, beim Thema Süßstoff, da ist man sich keinesfalls einig. Und wo sich die Fachleute schon streiten, wie soll bloß der Konsument als Laie sein Urteil fällen können?!

Süßstoff: Die Definition laut Lexikon

„Süßstoffe sind synthetisch hergestellte oder natürliche Ersatzstoffe für Zucker, die eine wesentlich stärkere Süßkraft (von 30 – 13.000fach) haben. Sie haben keinen oder einen sehr geringen physiologischen Brennwert. Ausserdem bieten sie Karies verursachenden Bakterien keine Nahrung, da sie von der Mundflora nicht metabolisiert werden. Die Süßkraft der Süßstoffe wird immer auf Haushaltszucker bezogen, der demnach die Süßkraft 1 hat. (…) Über die Langzeitwirkung des Einsatzes von Süßstoffen, insbesondere deren Kombinationen, gibt es bisher wenige gesicherte Erkenntnisse. Studien zu möglichen gesundheitsschädlichen Wirkungen sind zu unterschiedlichen Ergebnissen gelangt.“ (Quelle des Zitats: Wikipedia)

 

Süßstoff: Zuckerersatz oder karzinogen?

Und das ist die Krux mit der Wissenschaft: Für jede Studie gibt es eine Gegenstudie!

Gegner von Süßstoffen betonen die Ergebnisse von erhöhtem (Blasen)-Krebsrisiko, Migräne, allergieähnlichen Symptomen, gesteigerten Hungergefühlen, verstärkter Ausschüttung von Insulin trotz fehlendem metabolischem Blutzuckeranstieg, gesteigerter Süßappetit, kompensatorischem Essverhalten aufgrund fehlender Kalorien, Veränderung der Darmflora, und vieles mehr.

Befürworter stellen die, neben den zahnfreundlichen Vorteilen, nahezu kalorienfreien und somit insulinschonenden Effekte in den Vordergrund. Appetit- und blutzuckersteigernde Wirkungen wurden zum Teil widerlegt, die Süßstoffmenge, die zu Blasenkrebs führt, ist unermesslich hoch und ein solcher Konsum fast nicht möglich. Kalorieneinsparung und reduzierte Blutzuckerschwankungen konnten nachgewiesen werden. Süßstoffe können echte Alternativen bei entgleistem Zuckerstoffwechsel und reduzierter Energieaufnahme sein.

 

Süßstoff: Studiendaten erst in Zukunft klar

Wahrscheinlich braucht es noch ein paar Jahrzehnte, bis wir wirklich gute Studiendaten über den kurz-, mittel- und langfristigen Einsatz von Süßstoffen und deren Auswirkung auf den menschlichen Stoffwechsel haben. Vielleicht bekommen wir auch nie wirklich einheitliche Aussagen, da jeder Mensch unterschiedlich auf Süßstoff reagiert.

Sicher aber ist, und darin sind sich dann doch alle einig: egal ob Zucker oder Süßstoffe, der Trend sollte allgemein zu weniger gesüßten Lebensmittel und Getränken gehen. Wieder mehr die natürliche Süße der Früchte nutzen, Süßspeisen mit Gewürzen verfeinern (z.B. Zimt), Getränke mit Kräutern, Gewürzen, Fruchtstücken aromatisieren (z.B. frischer Pfefferminze, Ingwer, Zitrusfruchtscheiben), etc.

Zu beachten gilt: Es braucht ca. 3 Wochen, bis sich die Geschmacksknospen auf der Zunge an einen weniger süßen Geschmack gewöhnt haben – somit gilt es sich in Geduld zu üben und der Phantasie in der Küche freien Lauf zu lassen.

Dominique Judith Rémy

Veröffentlicht von Dominique Judith Rémy

Dipl. Ernährungsberaterin HF, Dipl. Ernährungs-psychologische Beraterin IKP, CrossFitterin, LOGIanerin