Nahrungsergänzungsmittel – bei diesen drei Produkten ist Vorsicht geboten

Vorsicht bei diesen Nahrungsergänzungsmittel

1.    Weight Gainer

Es gibt Menschen, welche auf Grund genetischer oder krankheitsbedingter Faktoren Mühe haben, Gewicht zuzulegen. Weight Gainer soll den sogenannten «Hard Gainern» (Personen, welche Mühe mit dem Muskelaufbau haben) dazu verhelfen, das Körpergewicht zu steigern. Entsprechende Produkte sind in Pulverform vorzufinden und enthalten bis zu 1’000 Kalorien pro Portion. Eine Person mit einem Kalorienbedarf von 5’000 Kalorien (z.B. ein Profi-Radfahrer) kann somit Weight Gainer konsumieren, sollte er die entsprechende Kalorienzahl nicht nur mit herkömmlichen Lebensmitteln decken können.

Leider variiert die Qualität solcher Weight Gainer Produkte enorm. Während einige Produkte hochwertige Nährwerte, sprich Proteine und langkettige Kohlenhydrate liefern, bestehen andere fast hauptsächlich aus Zucker.

Nährwertprofil Weight Gainer

Empfehlung: Persönlich rate ich von Weight Gainer ab und rate stattdessen, kalorienhaltige Nahrungsmittel wie Haferflocken, Vollkornteigwaren oder Avocados zu sich zu nehmen. Zudem kann zu Hause relativ simpel ein qualitativ guter Shake angerührt werden, nämlich mit den Zutaten Milch, Bananen, Haferflocken und einem Löffel Whey Protein.

2.    Protein Cookies

Wer liebt Protein Cookies nicht? Protein Cookies sind nicht nur in der Fitnessszene sehr beliebt. Schliesslich erfüllen Proteine einerseits den Zweck, beschäftigtes Muskelgewebe zu reparieren, tragen jedoch auch zur Bekämpfung von Krankheiten und einem schönen Hautbild bei.

Mit einem Cookie als Snack den täglichen Proteinbedarf decken, straffere Haut bilden und dem Körper etwas Gutes tun? Klingt fantastisch!

Nicht nur «High Protein» ist auf der Verpackung abzulesen, sondern auch weitere Marketingbegriffe wie «GMO FREE» und «Gluten free».

Protein Cookie

Doch halt – der Schein trügt. Wer das Produkt nämlich genauer betrachtet und die kleingedruckte Nährwerttabelle auf der Rückseite studiert, wird skeptisch:
Auf der Zutatenliste befindet sich an erster Stelle Zucker. Des Weiteren liefert ein einziges Cookie über 400 (!) Kalorien und gerade Mal ganze 15g Proteine. Im Vergleich: Eine Pouletbrust hat im Durchschnitt 150 Kalorien und liefert über 30g Proteine.

Empfehlung: Wer etwas Süsses naschen will, ohne dabei schlechtes Gewissen zu haben, soll sich an dem Grenade Protein Riegel oder einem Elite Protein Bar von Dymatize bedienen. Es soll gesagt sein, dass es teilweise auch «kalorienfreundliche» Cookies gibt, dennoch gilt: IMMER ZUERST DIE NÄHRWERTANGABEN LESEN, statt auf die Marketinglügen auf der Verpackung reinzufallen.

3.    Pre Workout Booster

Pre Workout Booster sind in der Fitnessszene nicht mehr wegzudenken. Booster haben den Zweck, Energie, Kraft, Motivation und Konzentration beim Training zu steigern und werden in der Regel 20-30 Minuten vor dem Workout eingenommen. Einige Zutaten wirken sich positiv auf die Blutzirkulation aus, welche den sogenannten «Pump» im Gym fördern.

Oftmals sind auch Stimulanzien wie etwa Koffein darin zu finden, welche Müdigkeit entgegenwirken und die Konzentration steigern kann. Pre Workout Booster machen an Tagen Sinn, an welchen starke Müdigkeit verspürt wird oder als Vorbereitung für eine extra harte Trainingssession.

Das Produktsortiment wächst ständig und immer wieder werden Produkte vom Markt genommen, welche illegale Substanzen beinhalten. Jedoch ist auch bei den legalen Boostern Vorsicht geboten: Gewisse Produkte enthalten 600mg(!) Koffein pro Portion. Zum Vergleich: Eine Tasse Kaffee enthält zwischen 50 und 100mg und eine 2.5dl-grosse Kanne Red Bull 80 mg Koffein. Insbesondere bei unverträglichen Personen führt die 600mg-Dosis zu Herzrasen, Übelkeit und Schlaflosigkeit.

Pre Workout Booster

Empfehlung: Achte beim Kauf eines Pre Workout Produktes auf die Etikette und informiere dich über die darin enthaltenen Substanzen. Prüfe die darin enthaltene Menge Koffein und verwende den Booster nur, wenn du ihn wirklich benötigst. Alternativ eignet sich auch ein doppelter Espresso vor dem Training – gleicher Effekt und definitiv kostengünstiger.

Martin Blättler

Veröffentlicht von Martin Blättler

Fitness Enthusiast, Coach, Personal Trainer - www.gymperformance.ch